Pennsylvania plant 10% Steuer auf Erotik-Websites
David Davis ·
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Pennsylvanias Senat prüft ein Gesetz für eine 10%ige Steuer auf Einnahmen von Erwachsenen-Websites. Was bedeutet das für die Branche und die gesellschaftliche Bewertung digitaler Intimität?
Hast du das schon gehört? In Pennsylvania, USA, wird gerade über eine ziemlich spezielle Steuer diskutiert. Der Senat des Bundesstaates prüft einen Gesetzesentwurf, der eine 10%ige Steuer auf die Einnahmen von Erwachsenen-Websites vorsieht, die dort Geschäfte machen. Das wirft sofort Fragen auf – nicht nur für die Branche, sondern für uns alle, die über Beziehungen und Intimität nachdenken.
### Was bedeutet das Gesetz genau?
Stell dir vor, du betreibst eine Plattform, auf der erwachsene Inhalte angeboten werden. Wenn dieser Gesetzentwurf durchkommt, müsstest du 10 Cent von jedem verdienten Euro an den Staat Pennsylvania abführen. Das klingt erstmal nach einer rein fiskalischen Angelegenheit. Aber wenn man genauer hinschaut, berührt das tiefere Themen: Wie bewerten wir digitale Intimität? Und wer entscheidet, was „besteuert“ werden sollte – nicht nur finanziell, sondern auch gesellschaftlich?
Es geht hier nicht um Kleingeld. Für große Plattformen könnten das Millionenbeträge sein. Die Frage ist, ob solche Steuern einfach nur Einnahmen generieren sollen oder ob dahinter eine bestimmte Haltung steht. Manchmal sagt eine Steuer mehr über die Werte eines Staates aus als viele Reden.

### Die Auswirkungen auf Anbieter und Nutzer
Was passiert praktisch? Wahrscheinlich das Übliche:
- Die Kosten werden sehr wahrscheinlich an die Endnutzer weitergegeben. Das heißt, Abonnements oder Einzelkäufe werden teurer.
- Kleinere, unabhängige Creator könnten besonders hart getroffen werden. Ihre Margen sind oft ohnehin schon knapp.
- Es könnte zu einer Verschiebung des Marktes kommen. Anbieter könnten versuchen, ihren Firmensitz in steuerlich günstigere Bundesstaaten zu verlegen.
Das erinnert mich an eine Diskussion, die wir hier in Deutschland auch führen. Nicht über eine Pornosteuer, aber über die Regulierung digitaler Räume. Wo ziehen wir die Grenze zwischen persönlicher Freiheit und staatlicher Regulierung?

### Ein Gedanke zum Nachdenken
> „Steuern sind nicht nur eine ökonomische Transaktion, sie sind immer auch eine moralische Aussage darüber, was eine Gesellschaft wertschätzt – und was sie bestrafen möchte.“
Dieser Satz lässt mich nicht los. Wenn wir eine Branche mit einer Extrasteuer belegen, senden wir ein Signal. Ob das Signal „Wir brauchen Geld für die Staatskasse“ oder „Wir missbilligen diese Aktivität“ heißt, ist oft schwer zu trennen. In der Beziehungsberatung erlebe ich täglich, wie schambesetzt Themen rund um Sexualität und Konsum noch immer sind. Solche Gesetze können diese Scham unbewusst verstärken oder legitimieren.
### Was bedeutet das für uns in Deutschland?
Zuerst mal: Direkt betrifft es uns rechtlich nicht. In Deutschland gelten andere Gesetze. Aber ideell ist es ein spannender Präzedenzfall. Beobachte ich, wie andere Länder mit der Digitalisierung der Intimität umgehen. Die deutsche Herangehensweise ist oft eine andere – mehr reguliert, vielleicht auch mehr auf Verbraucherschutz bedacht. Aber die grundsätzliche Frage bleibt global: Wie schaffen wir einen digitalen Raum, der sowohl sicher als auch frei ist?
Für Paare und Singles, die solche Angebote nutzen, könnte es einfacher werden: Wenn etwas teurer wird, überlegt man sich genauer, ob man es wirklich will. Das kann zu bewussterem Konsum führen. Aber es kann auch zu mehr Stigmatisierung führen. Mein Job ist es, Menschen zu helfen, ohne Scham über ihre Bedürfnisse zu sprechen. Jede Politik, die eine Branche an den Pranger stellt, macht diese Arbeit ein bisschen schwerer.
### Die größere Perspektive
Letztendlich geht es um Anerkennung. Die Erwachsenenunterhaltungsindustrie existiert, weil es eine Nachfrage gibt. Sie beschäftigt Menschen, zahlt Steuern und hat sich zu einem riesigen Online-Markt entwickelt. Sie einfach nur zu besteuern, ohne über Schutz, Ethik und Aufklärung zu sprechen, greift zu kurz.
Vielleicht sollten wir die Energie, die in solche Steuergesetze fließt, auch in Aufklärung und Bildung investieren. In respektvollen Dialog. Denn eine gesunde Beziehung zur eigenen Sexualität – ob allein oder zu zweit – wird nicht durch Steuern geregelt, sondern durch Wissen, Empathie und offene Kommunikation.
Was denkst du? Ist eine solche Steuer einfach nur eine Einnahmequelle oder steckt mehr dahinter? Die Debatte in Pennsylvania wird uns auf jeden Fall eine Antwort geben.