Ofcom ermittelt gegen zwei Adult-Seiten wegen Altersprüfung
Katrin Müller ·
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Die britische Medienregulierungsbehörde Ofcom hat Ermittlungen gegen zwei Adult-Seiten eingeleitet. Grund sind mögliche Verstöße gegen die Altersverifikationspflichten des neuen Online-Sicherheitsgesetzes (OSA).
Die britische Medienregulierungsbehörde Ofcom hat am Mittwoch Ermittlungen gegen zwei Adult-Websites eingeleitet. Diese Maßnahmen sind Teil des neuen Durchsetzungsprogramms zur Altersverifikation, das im Rahmen des Online-Sicherheitsgesetzes (OSA) eingeführt wurde. Dabei geht es um die Frage, ob die Betreiber ausreichende Maßnahmen ergriffen haben, um Minderjährige vor nicht jugendfreien Inhalten zu schützen. Die Untersuchung könnte weitreichende Folgen für die gesamte Branche haben.
### Warum ist Altersverifikation so wichtig?
Im Kern geht es beim OSA darum, dass Online-Plattformen mit potenziell schädlichen Inhalten sicherer werden müssen. Besonders bei Adult-Seiten steht der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Fokus. Ofcom hat die Befugnis, bei Verstößen empfindliche Strafen zu verhängen – bis zu 18 Millionen Pfund (rund 21 Millionen Euro) oder 10 Prozent des weltweiten Umsatzes. Das ist eine Menge Geld, das niemand riskieren möchte.
Die beiden jetzt untersuchten Seiten müssen nun nachweisen, dass sie wirksame Altersprüfungen einsetzen. Dazu gehören Methoden wie:
- Hochladen eines Ausweisdokuments (Personalausweis oder Reisepass)
- Nutzung von Altersverifikationsdiensten Dritter
- Kreditkartenprüfung (da diese in der Regel erst ab 18 Jahren vergeben werden)
- Gesichtserkennung mit Schätzung des Alters

### Welche Konsequenzen drohen?
Sollte Ofcom feststellen, dass die Seiten keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen haben, drohen empfindliche Sanktionen. Neben Geldstrafen könnte die Behörde auch anordnen, dass die Seiten vorübergehend vom Netz genommen werden. Das wäre ein harter Schlag für die Betreiber – und ein Warnsignal für die gesamte Branche.
Interessant ist, dass das OSA nicht nur für britische Unternehmen gilt. Auch internationale Plattformen, die ihre Dienste im Vereinigten Königreich anbieten, müssen sich an die Regeln halten. Das bedeutet, dass viele große Adult-Seiten weltweit betroffen sein könnten.
### Ein Blick auf die Praxis
Die Umsetzung von Alterskontrollen ist technisch anspruchsvoll. Viele Nutzer lehnen es ab, persönliche Daten wie Ausweise hochzuladen – aus Sorge um Datenschutz und Privatsphäre. Gleichzeitig müssen die Betreiber sicherstellen, dass die Systeme nicht leicht zu umgehen sind. Ein reiner Klick auf „Ich bin über 18" reicht künftig nicht mehr aus.
Ofcom selbst hat betont, dass die Maßnahmen verhältnismäßig sein müssen. Die Behörde will nicht, dass legitime Erwachseneninhalte unverhältnismäßig eingeschränkt werden. Das Ziel ist ein ausgewogener Ansatz: Schutz von Minderjährigen, ohne die Freiheiten Erwachsener unnötig zu beschneiden.
### Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Ermittlungen gegen diese beiden Seiten sind erst der Anfang. Ofcom hat angekündigt, weitere Plattformen zu prüfen. Für Betreiber von Adult-Seiten heißt das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die eigenen Altersverifikationssysteme auf den Prüfstand zu stellen. Wer zu lange wartet, riskiert nicht nur Strafen, sondern auch einen Vertrauensverlust bei den Nutzern.
Ich finde, das ist ein wichtiger Schritt. Natürlich will niemand, dass die Privatsphäre leidet – aber der Schutz von Kindern sollte immer Vorrang haben. Die Technologie entwickelt sich rasant weiter, und es gibt längst gute Lösungen, die beides ermöglichen: Sicherheit und Diskretion.