MakeLoveNotPorn weist Vorwürfe der Gesetzesverstöße zurück
Jessica Wilson ·
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Cindy Gallop wehrt sich gegen Vorwürfe, ihre Plattform MakeLoveNotPorn verstoße gegen das britische Online-Sicherheitsgesetz. Sie betont, dass strenge Alterskontrollen bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes eingeführt wurden.
Cindy Gallop, Gründerin und Geschäftsführerin der Plattform für "echte" Pornografie MakeLoveNotPorn (MLNP), hat entschieden die Behauptungen zurückgewiesen, ihre Seite verstoße gegen das britische Online-Sicherheitsgesetz. Hintergrund sind Vorwürfe, dass MLNP Minderjährige ohne ausreichende Altersverifikation Zugang zu altersbeschränkten Inhalten ermöglicht habe.
### Was ist MakeLoveNotPorn überhaupt?
MakeLoveNotPorn ist keine gewöhnliche Pornografie-Plattform. Sie wurde 2009 von Cindy Gallop ins Leben gerufen, um eine Alternative zur Mainstream-Pornografie zu bieten. Die Idee: Echte, einvernehmliche sexuelle Begegnungen zeigen, die realistisch und nicht inszeniert wirken. Gallop will damit aufklären und zeigen, wie Sex im echten Leben abläuft – fernab von den oft übertriebenen Darstellungen in kommerziellen Produktionen.
Die Plattform funktioniert ähnlich wie YouTube: Nutzer laden Videos hoch, die von der Community bewertet werden. Ein wichtiger Unterschied: MLNP setzt auf strikte Einwilligungs- und Alterskontrollen. Jedes Video muss von beiden beteiligten Personen freigegeben werden.
### Der Vorwurf: Mangelnde Alterssicherung
Die aktuellen Vorwürfe gegen MLNP sind schwerwiegend. Kritiker behaupten, die Plattform habe keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen, um Minderjährige von den Inhalten fernzuhalten. Das wäre ein klarer Verstoß gegen das britische Online-Sicherheitsgesetz, das seit 2024 in Kraft ist. Dieses Gesetz verpflichtet Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten zu strengen Altersverifikationssystemen.
- Ohne solche Systeme drohen hohe Geldstrafen – bis zu 18 Millionen Euro oder 10 Prozent des globalen Umsatzes.
- Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat die Aufgabe, die Einhaltung zu überwachen.
- Bisher gab es keine offiziellen Sanktionen gegen MLNP.
### Gallops Antwort: Die Vorwürfe sind falsch
Cindy Gallop hat die Anschuldigungen in einem offiziellen Statement klar zurückgewiesen. Sie betont, dass MLNP bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes strenge Alterskontrollen eingeführt habe. "Wir nehmen den Schutz von Minderjährigen extrem ernst", erklärte sie. "Unsere Plattform verwendet modernste Altersverifikationstechnologie, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht."
Gallop argumentiert, dass die Vorwürfe auf Missverständnissen beruhen. MLNP setze auf eine Kombination aus:
- KI-gestützten Altersschätzungen basierend auf Gesichtsanalysen
- Manuellen Überprüfungen durch geschulte Mitarbeiter
- Einer klaren Altersfreigabe von mindestens 18 Jahren für alle Inhalte
Sie fordert die Kritiker auf, die Fakten zu prüfen, bevor sie öffentliche Vorwürfe erheben. "Wir sind bereit, mit Ofcom und anderen Behörden zusammenzuarbeiten, um unsere Compliance zu belegen", so Gallop weiter.
### Warum dieser Fall wichtig ist
Dieser Streit zeigt, wie schwierig die Umsetzung von Alterskontrollen im Internet ist. Selbst Plattformen, die sich bewusst um ethische Standards bemühen, geraten schnell in die Kritik. Das britische Gesetz ist eines der strengsten weltweit, aber es gibt noch viele Grauzonen.
- Wie stellt man sicher, dass ein Nutzer wirklich volljährig ist, ohne seine Privatsphäre zu verletzen?
- Welche Technologien sind zuverlässig genug, um Fälschungen zu verhindern?
- Und wer entscheidet, ob eine Plattform genug tut?
MLNP hat sich immer als Vorreiter für ethische Pornografie positioniert. Sollten die Vorwürfe tatsächlich unbegründet sein, könnte dieser Fall sogar dazu beitragen, die Standards für die gesamte Branche zu verbessern.
### Fazit: Ein Lehrstück für die digitale Ethik
Der Fall MakeLoveNotPorn ist mehr als nur ein Rechtsstreit. Er wirft grundlegende Fragen auf: Wie weit darf die Regulierung von Online-Inhalten gehen? Und wie schaffen wir eine Balance zwischen Schutz von Minderjährigen und der Freiheit Erwachsener, legale Inhalte zu konsumieren?
Cindy Gallop hat klar gemacht, dass sie nicht kampflos aufgeben wird. Ihr Unternehmen investiert weiter in bessere Technologien und transparente Prozesse. Ob die Vorwürfe vor Gericht Bestand haben, wird sich zeigen. Eines ist jedoch sicher: Die Debatte um Alterskontrollen im Netz wird uns noch lange beschäftigen.